Imago Insect Products - Cricket Flour & essbare Insekten
Einkaufswagen 0

Eine kurze Geschichte der Entomophagie

Wie es dazu kam, dass ein derartiger Boom eingesetzt hat und das Insektenessen bald in aller Munde sein wird:

Entomophagie

Laut Wikipedia wird “mit Entomophagie (gr. ἔντομον éntomon ‚Insekt‘ und -phagie) […] der Verzehr von Insekten bezeichnet. Entomophagen oder auch Insektivoren sind entsprechend Organismen, die sich von Insekten aller oder bestimmter Entwicklungsstufen ernähren. ”

Somit gilt der Begriff nicht nur für Menschen sondern auch für Vögel und weitere Lebewesen. Also müsste es korrekter Weise Entomophagie beim Menschen heißen. Der Einfachheit halber aber werden wir auch nur das Wort Entomophagie benutzen und damit den Menschen meinen.

Criccket für Entomophagie beim Menschen

Für uns in Deutschland klingt die Idee Insekten zu essen erst einmal exotisch und irgendwie abwegig. Jedoch ist dies auf unseren kulturell geprägten Blickwinkel zurück zu führen. Gemäß der Food and Agricultural Organization der Vereinten Nationen (im weiteren FAO) werden Insekten aktuell von ca. 2 Milliarden Menschen weltweit regelmäßig verzehrt, allerdings im überwiegenden Teil in Asien, Afrika und Lateinamerika.

 

Geschichtliche Entwicklung

Aus rein historischer Sicht ist es überraschend, dass in Europa und Nordamerika aktuell kaum Insekten konsumiert werden, wurde doch “bereits ca. 700 v. Chr. in einer assyrischen Darstellung ein Festmahl mit Heuschrecken als Delikatessen abgebildet. Sowohl die Bibel als auch der Koran enthalten Hinweise auf das Essen von Heuschrecken.

Auch in der Antike aßen die Griechen und Römer Insekten und ihre Larven, zum Beispiel Bienen und Zikaden. Holzbohrerraupen (lateinisch cossus) galten bei Griechen und Römern (besonders bei Epikureern) als Delikatesse.” (Wikipedia)

Europa

Warum also gibt es heute keine nennenswerte Kultur des Insekten Essen bei uns aber beispielsweise in Asien und Afrika? Weil Insekten nicht schmecken und nur in Zeiten von Nahrungsmittelmangel gegessen werden, mag mancher Zeitgenosse denken aber bei Nichten, galten und gelten Insekten doch in vielen Kulturen als Delikatesse.

Die Erklärung ist nicht leicht und es gibt keine einhellige Meinung warum die Entomophagie trotz ihrer belegten langen Existenz fast ausgestorben ist. Ein Zusammenspiel vieler komplexer Faktoren ist am wahrscheinlichsten.

Zum einen waren Insekten im kalten Europa nicht das ganze Jahr in gleicher oder großer Anzahl zur Verfügung und das Einfangen in freier Natur mit hohem Aufwand verbunden um letztlich nur eine geringe Anzahl von Insekten zu erhalten.

Zum anderen sind einige der Arten aufgrund des Klimas deutlich kleiner als ihre Artgenossen in wärmeren Regionen. Als sich schließlich die größeren Tiere wie Rind und Schwein in der Landwirtschaft ausbreiteten, wurde der Erwerb von ausreichend Nahrung durch Insekten deutlich aufwendiger als die Zucht von Säugetieren. Somit stand eine einfacher auszubeutende Nahrungsquelle zur Verfügung und der Konsum von Insekten in der breiten Bevölkerung verringerte sich.

Asien und Afrika

In Asien und Afrika hingegen waren und sind weite Teile der Landschaft mit dichten Wäldern überzogen die keinen Platz ließen für eine ausgedehnte Viehwirtschaft oder aber es herrschen kahle Steppen und Wüsten, in denen aufgrund des knappen Futterangebots auch nicht an die Aufzucht von größeren Rinder- oder Schweineherden zu denken war bzw. ist.

Ein weiterer aber kaum mehr nachzuvollziehender Faktor dürften sozio-kulturelle Umwälzungen gewesen sein, die das Essen von Insekten verpönten und letztlich zu den heute von uns empfundenen kulturellen Abneigungen geführt haben. Der Ekel ist meist nicht objektiv, sondern wird uns von unserem Umfeld anerzogen. Wie ist es anders zu erklären, dass Insekten als eklig bezeichnet werden aber beispielsweise Krabben und Garnelen in großer Menge verzehrt werden.

Auch gibt es ausreichend Gerichte in der europäischen Küche, die dem einen oder anderen Zeitgenossen den Magen umdrehen und bei anderen ein begieriges Lippenlecken hervorrufen wie beispielsweise Innereien, Froschschenkel usw.

Dass uns die Abneigung gegen Insekten nicht in den Genen liegt, kann man an kleinen Kindern beobachten, die sich zu Mutters Entsetzen freudestrahlend Regenwürmer in den Mund schieben.

Leider werden manche Insekten auch gegessen weil es immer noch Menschen auf unserem Planeten gibt, die auf jeden Bissen angewiesen sind. Dennoch gilt, dass der allergrößte Teil der Menschen, welche heute bereits Insekten essen, dies nicht aus einem Zwang heraus muss, sondern weil diese Menschen ausreichend Nahrungsmittel haben und sich aufgrund des Geschmacks und ihrer Kultur bewusst für den Konsum entscheiden.

Industrieboom?

Über Jahrhunderte hinweg war die Entomophagie in Deutschland und Europa auf dem absteigenden Ast bis letztlich der Insektenkonsum völlig verschwunden war. Nun ist eine neue Industrie am Entstehen, welche die Art was wir Essen völlig verändern könnte. Wie kam es dazu?

Wir mögen vielleicht alleine in den weiten der Galaxie sein aber auf der Erde sind wir viele. Der sieben milliardste Erdenbürger dürfte etwa im November 2011 das Licht der Welt erblickt haben und während wir diesen Artikel verfassen sind es bereits 7,388 Mrd. Menschen und jede Sekunde kommen 2,5 Menschen dazu – die aktuelle Berechnung können sie hier einsehen.

Bereits heute gibt es laut FAO ca. 795 mangelernährte Menschen auf unserem Planeten. Was soll da erst passieren wenn die Zahl 10 Mrd. erreicht, die alle genauso konsumieren wollen wie aktuell der Westen?

Der Kollaps ist bei unserer heutigen Ernährungsweise und der Ausbeutung der Ressourcen nur eine Frage der Zeit. Allerdings kann er vermieden werden, wenn wir heute die Weichen in Richtung einer nachhaltigeren Ernährung stellen, dann kann unser blauer Planet auch 11 Mrd. Erdenbürger ernähren ohne die Umwelt zu zerstören.

Um das Ziel zu erreichen gibt es auf der einen Seite Ideen, die den Menschen auffordern weniger zu konsumieren und dies in einer nachhaltigeren Art und Weise. Vegetarismus, weniger Fleisch, regionale Produkte und Bio sind nur ein paar Begriffe, die heute bereits jedes Schulkind kennt.

Auf der anderen Seite wird an Ansätzen gearbeitet, die dabei helfen sollen die wenigen Ressourcen effizienter zu nutzen. Sei es durch die Vermeidung von Abfällen während des Transports, besserem Wachstum von Pflanzen und Tieren durch Gentechnik, eine gesteigerte Sensibilität gegenüber der Wegwerf-Gesellschaft oder dann eben exotischere anmutende Ideen wie der Entomophagie.

Die aktuelle Häufung von Berichten zur Entomophagie ist auf eine wachsende Anzahl an Firmen zurückzuführen, welche an verschiedenen Produkten, hergestellt aus oder mit Insekten, arbeiten. Das plötzliche Interesse wurde ausgelöst durch mehrere Studien und Veröffentlichungen der FAO zum Thema „Insekten Essen“, die von einigen entscheidenden Personen im Hintergrund geprägt wurden, welchen zweifelsfrei der Nobelpreis zusteht, sollte die Entomophagie halten was sie verspricht.

Die Entomophagie ist auch auf den zweiten Blick immer noch mit gemischten Gefühlen behaftet? In den nächsten Beiträgen können sie nachlesen warum die Entomophagie einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung leisten kann.

Wir freuen uns auf ihr Feedback zu unserem Blogeintrag

Imago Insect Products



Älterer Post Neuerer Post


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen