Entomophagie oder warum Insekten essen?

Aktuell hungern weltweit ca. 821 Millionen Menschen und weitere zwei Milliarden Menschen leiden an verschiedenen Mangelernährungen (Quelle: FAO 2018). Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf weit über 9 Milliarden Menschen angewachsen sein. Ein Anstieg, der mehr als die Verdoppelung der Lebensmittelherstellung erfordern wird, um die gesamte Menschheit adequat zu ernähren. Allein die Fleischproduktion muss von aktuell 312 Millionen Tonnen auf über 455 Millionen Tonnen ansteigen, um den wachsenden Fleischbedarf weiterhin bedienen zu können. Und das obwohl bereits jetzt 70% der Landflächen für Nutztiere verwendet und 35% der Getreideernte an eben diese verfüttert werden. 

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Hier stellen essbare Insekten eine echte Alternative zum Fleisch dar. Sie sind nicht nur reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien, sondern haben auch kaum negativen Auswirkungen auf die Umwelt. So fabrizieren Grillen eine im Vergleich zu Kühen verschwindend geringe Menge an Treibhausgasen.

 

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Bei der Zucht wird quasi kein C02 ausgestoßen und der Wasserbedarf wird durch die Nahrung abgedeckt. Die Umweltbelastung wird folglich nur durch das Futtermittel beeinflusst. Bei der Gabe von 1,5 kg Futtermittel erhält man 1 kg essbare Insekten. Das Verhältnis bei Rindern beträgt 10:1, für Schweine 6:1, Geflügel 2,5:1 und bei Fisch 4:1. Somit kann mit der gleichen Menge an Futter eine signifikant höhere Biomasse produziert werden. Weitere positive Aspekte bei der Züchtung von Insekten sind:

  • minimaler Flächenverbrauch bei der Produktion,
  • hohe Reproduzierbarkeit bei schnellem Wachstum bis zur Erntereife,
  • geringe Ausscheidungen bei der Zucht (keine Gülleseen und Überdüngung von Feldern)
  • keine Antibiotika zur Wachstumssteigerung,
  • sehr geringe Wahrscheinlichkeit der Krankheitsübertragung zum Menschen,

 

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Der Proteinanteil von Insekten beträgt > 65 % und enthält alle essentiellen Aminosäuren. Somit sind die enthaltenen Eiweiße mit dem Eiweiß von Fleisch gleichzusetzen. Des Weiteren sind Grillen reich an Omega-3-Fettsäuren, Mineralien und Vitamin B12. Insgesamt sind viele der Nährwerte besser als bei Fleisch, Geflügel, Fisch und zahlreichen weiteren Lebensmitteln.