Weltweiter Fleischkonsum bis zum Jahr 2050

Weltweiter Fleischkonsum bis zum Jahr 2050

Beim Thema Insekten wird immer wieder der Vergleich zum Fleischkonsum gezogen und damit auch der hohe Verbrauch an Fleisch als gewaltige Belastung für Umwelt und Gesundheit ins Feld geführt.

Hier bieten die Insekten ein deutlich höheres Maß an Nachhaltigkeit. Doch worum geht es hier genau? Was ist der „Fleischkonsum“ überhaupt? Was sind die Zahlen-Daten-Fakten?

In der Teil-Serie über den „Fleischkonsum“ wollen wir Licht ins Dunkel bringen und die verschiedenen Aspekte beleuchten. Teil 1 was ist der „Fleischkonsum“ überhaupt – wie entwickelt er sich in Deutschland und der Welt und wie setzt er sich zusammen.

 

Fleischkonsum in Deutschland

Der wichtigste Aspekt bei diesem Thema: Fleischkonsum ist nicht gleich Fleischkonsum! So sind beispielsweise die Auswirkungen auf die Umwelt abhängig vom jeweiligen Fleisch. Wenn im Allgemeinen vom Fleischkonsum gesprochen wird, meint dies den Verzehr vom offensichtlichen Arten wie Rind- & Kalbsfleisch, Schwein und Geflügel aber auch Schaf- & Ziegenfleisch, Innereien, Pferdefleisch und Wild (Hirsch, Reh, Hase, Fasan, Wildtaube etc.) und reicht bis zu Exoten wie Bison, Rentier oder Strauß.

Allerdings machen die Hauptarten Rind- & Kalb, Schwein und Geflügel etwa 97 % des Konsums aus, von daher werden die restlichen 3 % weitestgehend vernachlässigt, zumal die negativen Umwelteinflüsse von beispielsweise freigeschossenem Wild nicht erwähnenswert sind. Fische und andere Meerestiere sind in die Betrachtung nicht mit eingerechnet.

Gesamtverbrauch versus menschlicher Verzehr

Eine weitere Unterscheidung ist zu treffen hinsichtlich des Anteils des tatsächlich konsumierten Fleisches, sprich was auf dem Teller oder Brötchen landet, und dem Gesamtverbrauch. Der Gesamtverbrauch beinhaltet auch alle nicht-essbaren Bestandteile eines Tieres. Beim Rind beispielsweise die Knochen, Haut, Hörner aber auch Fette und andere Bestandteile die weiterverarbeitet werden.

Nachstehende ist die Entwicklung des Fleischkonsums in Deutschland pro Kopf im Verlauf von 1991-2015 dargestellt. Die dunkelgrüne Säule zeigt den Gesamtverbrauch, wie oben beschrieben, an und die hellgrüne den eigentlichen Verbrauch bei reinem Verzehr wie etwa Wurst, Braten, Steak etc.

Der Gesamtverbrauch lag 1991 noch bei 95,3 Kilo pro Kopf und ist seitdem stetig gefallen bis auf heute 86,6 Kilo pro Kopf. Der Rückgang im tatsächlichen reinen Verzehr fällt dem Verhältnis entsprechend geringer aus mit vormals 64 Kilo im Jahr 1991 auf 59,2 Kilo in 2015.

Fleischverbrauch pro Kopf in Deutschland von 1991 - 2015

Schwein - das Lieblingsfleisch der Deutschen

Die detaillierte Abbildung des Fleischkonsums von 2012 bis 2015 zeigt, dass der Großteil mit 36,9 Kilo oder 62 % des Verzehrs im Jahr 2015 auf Schweinefleisch entfällt. Den 2ten Platz belegt Geflügel mit 11,6 Kilo (20 %) gefolgt von Rind- und Kalbsfleisch mit 9,1 Kilo (15 %).

f01-fleischverbrauch pro Art in Deutschland 2012-2015

Der rückläufige Trend ist auf ein verändertes Konsumverhalten zurückzuführen und ist vor allem einer aufkommenden Ernährung mit mehr Beachtung von Bio, Vegetarisch und Vegan zu verdanken.

Spitzengruppe für Deutschland

Auch wenn der Fleischkonsum in Deutschland sinkt, liegen die Bundesbürger beim weltweiten Verbrauch pro Kopf noch immer in der Spitzengruppe (im Jahr 2012 auf Platz 21). Der Spitzenreiter ist Australien dicht gefolgt von den USA mit einem relativ konstanten menschlichen Verzehr von 90,3 Kilo pro Kopf und mehr als deutlich über dem globalen Mittel von 34,0 Kg (Deutschland 59,2 Kg).

Die Zusammensetzung des Verbrauchs schwankt je nach lokalen Präferenzen und Traditionen, so liegt beispielsweise der pro Kopf Verzehr von Schaaf Fleisch in Deutschland bei marginalen 0,6 Kilo wohingegen in Neuseeland der Konsum bei 4,4 Kilo liegt oder in Saudi Arabien bei 5,5 Kilo obwohl der Fleischkonsum pro Kopf sogar geringer ist als in Deutschland.

 f01-Ranglist weltweiter Fleischkonsum pro Kopf 2014

Deutschland als globaler Zwerg

Die resultierende Gesamtverbauchsmenge in Deutschland lag im Jahr 2013 bei ca. 7,17 Mio. Tonnen. Der Anteil der Bundesrepublik lag somit trotz eines hohen pro Kopfverbrauchs bei nur 2,3 % des globalen Konsums von 308 Mio. Tonnen.

Auch wenn der Trend in der Bundesrepublik hin zu weniger Fleisch geht, ist dies in den globalen Fleischmengen nur ein Tropfen auf den heißen Stein und wird vom ansteigenden pro Kopfverbrauch in aufstrebenden Ländern in allen Teilen der Welt mehr als überkompensiert.

Allen voran treibt die Nachfrage natürlich der aufsteigende Riese aus dem Reich der Mitte (gemeint ist China) nach oben. Der pro Kopfverbrauch liegt mit 49,8 Kilo noch unter dem von Deutschland, doch die schiere Anzahl der Bevölkerung macht China zu einem absoluten Schwergewicht auf dem globalen Markt.

f01 - Entwicklung globaler Fleischkonsum 1960 - 2050

2012 wurde erstmals die Marke von 300 Mio. Tonnen geknackt und die Prognosen gehen von weiter ansteigenden Mengen aus, wobei im Jahr 2020 ca. 339 Mio. Tonnen erreicht werden können und sollte sich das globale Wachstum und veränderte Ernährungsweisen weiter wie bisher entwickeln, wird im Jahr 2050 vorrausichtlich eine unglaubliche Menge von 455 Mio. Tonnen Fleisch erreicht sein.

Warum diese Entwicklung den Planeten zerstören wird und wie das Insekten Essen einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung leisten kann, wird in den nachfolgenden Artikeln aus verschiedenen Blickwinkel betrachtet werden.

 

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